Porträt: Der Bulle aus der City

Juli 7th, 2009 von admin

Eine Karriere im Krebsgang: Christopher Sier ist promovierter Meeresbiologe und gehört heute zum Führungsteam eines Beratungsunternehmens für Fondsgesellschaften. Dazwischen arbeitete der Brite sieben Jahre als Polizist in Edinburgh.

“Tombstone” ist ein Hüne, über 2 Meter groß und massiv, Muskeln pur, graue, kurze Haare. “Um nichts in der Welt möchtest du Ärger mit ihm haben”, sagt Christopher Sier. “Tombstone” heißt Grabstein, und jedes Mal, wenn Sier in Edinburgh ist, gehen die beiden zum Inder ins Kebab Mahal. Dort ist alles aus Plastik, die Teller, die Tische, die Stühle, die Deko, und das Curry gilt als das beste in ganz Schottland. Sier hat in Edinburgh auch einen Spitznamen: “The three Degree”. Das ist sperriger als Grabstein und heißt so viel wie “Der mit den drei Titeln”: Abitur, Studium, Doktor. Normal ist das nicht für einen Polizisten.

Von 1994 bis 2000 war Sier zusammen mit “Tombstone” Sergeant in Edinburgh: Drogen, Gewaltverbrechen, Schlägereien, Festnahmen. “Ich wollte auf die Straße, unter Menschen, und ich liebe die Arbeit in einem Team, wo jeder dem anderen blind vertrauen kann”, sagt Sier.

Heute ist der 42-Jährige Direktor der Londoner Beratungsgesellschaft Alpha Financial Market Consulting (Alpha FMC). Früher wurde er gerufen, wenn Fäuste flogen, heute, wenn internationale Fondsgesellschaften fusionieren wollen. Sier war Weddingplaner für Aberdeen Asset Management und die Deutsche Asset Management (Deam), und er ist Trauzeuge für die Liaison Credit Suisse Asset Management und Aberdeen. “Wenn meine ehemaligen Kollegen etwas über mich lesen, kommen immer sehr amüsante E-Mails”, sagt Sier. “Wir haben keine Ahnung, wovon du redest, aber du siehst komisch aus” oder: “Junge, was hast du nur wieder für einen Anzug an” sind typische Grüße vom Revier.

Siers Biografie ist ein Paradebeispiel für den fast klassischen angelsächsischen Ausnahmeweg. Nicht deutsch durchdekliniert: Schule, Abitur, Banklehre, Studium, Deutsche Bank. Sein Vater, ein ehemaliger Hedge-Fonds-Manager, fordert von Sier Disziplin und eine Ausbildung – egal, welche. “Faulenzen war verboten, aber Karriere kein Muss”, konkretisiert er die häusliche Vorgabe. Zunächst studiert Sier Meeresbiologie (“Ich liebe das Meer und wollte den Ozean verstehen”) in St. Andrews, für die Doktorarbeit geht er ein Jahr auf die Malediven und untersucht Korallenriffe. Seine Tauchgänge, bei denen er Daten über den Schwund der Korallen sammelt, empfindet er als “ein Bad im Himmel”. Doch nach zwölf Monaten Tabellenkalkulation an einsamen Traumstränden reift die Erkenntnis, dass ihm Menschen fehlen: “Nur Excel, die Korallen und ich, das war nichts.”

Es folgt der Bruch: Doktor Sier wird Polizist. Er schiebt Dienst als Taucher und kommt auf die Straße unter Menschen. Doch Daten und empirische Analysen interessieren ihn weiterhin. Als er seinen Vater zu einem Hedge-Fonds-Kongress begleitet, lernt er seine künftige Frau Katrin kennen. Sie ist Beraterin bei McKinsey und Karrierefrau. “Ich habe mich nicht getraut, ihr zu sagen, was ich mache”, so Sier, und weiter: “Sie sagte McKinsey, und ich dachte: Fein, klingt nach einem netten schottischen Unternehmen.”
Später merkt er, dass er mit seiner Scheu völlig falsch liegt: Die gebürtige Estin hat Hochachtung vor Polizisten. In ihrer Heimat genießt nur der Bürgermeister ein höheres Ansehen.

Meeresbiologe, Polizist, Finanzstratege

Sier will mit Katrin nach London, doch der Dienstweg vom schottischen Sergeant zum englischen Bobby ist weit. Deshalb kündigt er kurzerhand und studiert Finance. Den Abschluss als Master of Business Administration in Händen, gibt seine Frau ihm folgenden Rat: “Karrieren müssen immer bei den ganz Großen beginnen.” Er entscheidet sich für UBS Warburg, dem Investment-Arm der Schweizer Großbank, wechselt 2003 zu A. T. Kearney und ist trotz seines in keinem Vergleich zu früher stehenden Gehalts frustriert: “Wenn ich bei der Polizei Hilfe brauchte, reichte ein Funkspruch, und 40 Mann halfen”, schildert er die Hintergründe. “Rufst du dagegen bei einer großen Investmentbank um Hilfe, passiert gar nichts, und 400 Leute hoffen darauf, dass du scheiterst.”

Der vor fast vier Jahren vollzogene Wechsel zu Alpha FMC erweist sich nicht nur in dieser Beziehung als Glücksfall: Heute ist Sier mit seiner dritten Karriere rundum zufrieden. Was ihn nicht da-ran hindert, mit alten Kollegen wie “Tombstone” in Erinnerungen an seine Zeit auf der Straße zu schwelgen. “Das gehört zu meinem Leben dazu, und wenn ich über neue Finanzstrategien reden will, gehe ich zu meinem Vater.”

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Threadneedle holt Spezialistin für Schwellenländer

Juli 3rd, 2009 von admin

Ab sofort unterstützt Agn¨s Belaisch das Schwellenländerteam der britischen Fondsgesellschaft Threadneedle. Die Volkswirtin kommt vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

Beim IWF arbeitete Agn¨s Belaisch zehn Jahre lang als Senior-Volkswirtin, die sich auf die Volkswirtschaften der Schwellenländer spezialisiert hatte. Bei Threadneedle soll Belaisch das fünfköpfige Team für Schwellenländer-Anleihen beraten und neue Anlagestrategien mit entwickeln.

Nach eigenen Angaben verantwortet das Team unter Chef Richard House derzeit insgesamt etwa eine Milliarde Dollar.

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Who-Finance-Ranking: Die 100 besten Berater und die 20 besten Banken

Juli 3rd, 2009 von admin

Das Berater-Bewertungsportal Who Finance hat eine Liste mit 100 von Kunden am besten bewerteten Finanzberatern veröffentlicht. Unter den Top-Platzierten finden sich zumeist freie Makler und Mehrfachvertreter. Eine weitere Liste umfasst die 20 Banken mit der besten Empfehlungsbereitschaft.

Als bester Berater in der Bewertungsliste wird Detlef Lüder, Finanzcoach und Immobilien eK, aus Nürnberg geführt, der 79,5 Vertrauenspunkte auf einer nach oben offenen Skala erhielt. Auf den Rängen 2 und 3 folgen Wolfgang Ruch, Ruch Finanzberatung, Versicherungsmakler aus dem brandenburgischen Borgsdorf (69,8 Punkte) und der Allianz-Vertreter Martin Dewald aus Berlin (64,9 Punkte). Die Bewertung setzt sich aus Einzelbewertungen der Kunden zu den Kategorien Empfehlungsbereitschaft, Beratungsqualität, Servicequalität und Angebotsqualität sowie eines freien Kommentars zusammen.

Insgesamt umfasst die Ranking Liste die besten 100 von insgesamt rund 1.000 auf der Plattform bewerteten Berater von Banken, Versicherungen, Bausparkassen und Finanzvertrieben. Um in der Liste zu erscheinen, mussten jeweils mindestens 10 Bewertungen vorliegen. Die besten der Berater wurden von mehr als 100 Kunden beurteilt. Ihre Profile mit näheren Angaben zu den Beratungsschwerpunkten sind auf der Website der Who Finance einsehbar.

>> zur Liste “100 Top-Berater” (PDF)

Banken: Deutsche Bank und Quirin Bank on top

>> Grafik “Die besten Banken in Deutschland” vergrößern

Die Who-Finance-Liste der Banken, die Kunden weiterempfehlen, wird von der Deutschen Bank, Filiale Mannheim angeführt. Sie erreichte eine durchschnittliche Empfehlungsbereitschaft von 5,0 (von 5 möglichen) Punkten. Auf den weiteren Plätzen folgend die Quirin Bank mit den Filialen in München (4,6) und Frankfurt/Main (4,5) Punkte. Um in die Liste aufgenommen zu werden, mussten mindestens 10 Bewertungen von Filialkunden der jeweiligen Bank vorliegen.

Hintergrund: Who Finance ist als Online-Such- und Bewertungsplattform für Finanzberater bereits seit knapp zwei Jahren online. Verbraucher können dort die Qualität ihres Beraters bewerten. Das Portal vermittelt zudem interessierte Verbraucher an qualifizierte Berater. Ein eigens erstellter Leitfaden und ein Beratungsprotokoll sollen Verbraucher aufzeigen, worauf sie bei einem Beratungsgespräch achten sollten. Die Interessenten entscheiden selbst über die Auswahl und die Anzahl der Finanzberater, die sie kontaktieren wollen.

Maximal 5 Sterne

Verbraucher bewerten – mit jeweils bis zu fünf Sternen – die Kategorien Empfehlungsbereitschaft, Beratungsqualität, Servicequalität und Angebotsqualität. Zur Beratungsqualität beispielsweise sind dies Fragen wie “Hat Ihr Berater Sie ausführlich nach Ihrer persönlichen Ausgangssituation befragt?”, “Geht er auf Ihren Bedarf und Ihre Ziele ein?”, “Kann er Ihnen zu allen wichtigen Aspekten ausführlich antworten?”, “Kann er seine Vorschläge verständlich begründen?” und “Gibt Ihnen Ihr Berater ausreichend Zeit, Ihre Entscheidung zu treffen?”

Who Finance prüft die eingegangenen Bewertungen auf Authentizität und Fairness. Bislang verzeichnete die Plattform über 4.500 Kunden, die ihre Berater rund um Geld und Versicherungen bewertet haben. “Die Bewertungen werden durch ein eigens entwickeltes Qualitätssystem auf Inhalte geprüft. Erstmalig in Deutschland ist hierbei, dass alle Berater – egal bei welcher Bank oder Versicherung – bewertet werden können”, erklärt Geschäftsführer Mustafa Behan. Berater können gegen unfaire Bewertungen Einspruch erheben.

Berater haben zudem gegen Gebühr die Möglichkeit, sich zu registrieren und die über die Website generierten Kunden-Anfragen zu erwerben. Die Abschlussquote liegt Unternehmensangaben nach bei 50 Prozent.

Zur Website der Who Finance

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