Merle Hazard: Mit der Klampfe durch die Finanzkrise

Juni 5th, 2009 von admin

Ein Investmentberater aus der amerikanischen Country-Hochburg Nashville trifft den Ton zur Krise. Erst widmete sich Merle Hazard den Opfern der Immobilienblase: Hedge-Fonds-Manager und Investmentbankern. Nun legt er nach und schenkt der Finanzwelt einen Börsen-Blues.

Jon Shayne kommt aus der Country-Hochburg Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Er verwaltet über 120 Millionen Dollar an Kundengelder und ist ein glühender Verehrer von Warren Buffett. Doch er ist auch Merle Hazard: In feinster Country-Kluft, ganz in weiß, große Gürtelschnalle und Cowboyboots, trifft der singende Moneymaker seit Ende 2007 den Ton zur Krise.

“In the Hamptons" heißt die Coverversion von Elvis Presleys “In the Ghetto" – ein klever-komischer Abgesang auf die Millionärsenklave 45 Helikopterminuten östlich von Manhattan. "H-E-D-G-E"angelehnt an Tammy Wynettes Country-Scheidungsballade "D-I-V-O-R-C-E" – ist das Klagelied eines Fondsmanagers, der dank Hypothekenspekulationen pleitegeht. Auf Youtube sind seine Videos ein Renner und seine Bekanntheit machte Shayne zum Krisenkommentator für die “New York Times”, “Barron’s” und die großen US-Fernsehsender.

“Inflation or Deflation”

Der Name Merle Hazard ist eine Hommage an den Countrysänger Merle Haggard, dem Shayne ähnlich sieht, und den Begriff “moral hazard", der den Zustand umschreibt, wenn die Kosten von Investment-Risiken von anderen getragen werden – was nur zu noch höheren Risiken führt.

Nun hat Hazard wieder zur Gitarre gegriffen: “Inflation or Deflation”, wiederum hübsch anzuhören, und allein die kurze Refrainzeile zeigt überspitzt das derzeitige Dilemma der Weltwirtschaft und der Zentralbanken: “Sind wir wohl Simbabwe oder doch Japan”.

“Country-Songs handeln von Liebe und Verlust”, sagt Shayne. “Auch an der Wall Street geht es ja um Liebe – Liebe zum Geld und Verlust desselben.” Shayne schrieb früher Texte für den “Harvard Lampoon", das studentische Satiremagazin der Harvard University, an der er Philosophie studierte. Aktiv war Shayne auch als Keyboarder einer wilden Garagen-Band namens “The Young Nashvillians".

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Oekom-Studie: Bedrohte Unternehmen

Juni 5th, 2009 von admin

Die Zukunft ganzer Branchen ist abhängig vom Erhalt der Artenvielfalt. Das ist das Ergebnis des “Theme Report Biodiversity”, den der europäische Branchenverband für nachhaltige Investments Eurosif zusammen mit der Nachhaltigkeitsratingagentur Oekom Research erstellt hat. Welche Unternehmen sind vom Aussterben bedroht?

Vor allem die Land- und Forstwirtschaft, die Papierindustrie und der Tourismus sind auf den Erhalt der Artenvielfalt, intakte Böden und Landwirtschaft angewiesen, heißt es von den Autoren. Das Paradox: Neben dem Bau- und Bergbau sind es besonders diese Branchen, die stark in das Biosystem eingreifen.

“Der Verlust der Artenvielfalt und die Einschränkungen der Ökosystem-Leistungen beinhalten Risiken für zahlreiche Branchen. Gleichzeitig eröffnet das aktive Management dieser Aspekte im Rahmen eines umfassenden sozialen und umweltbezogenen Managementsystems neue Marktchancen”, sagt Matt Christensen, Geschäftsführer von Eurosif. Für den Finanzsektor zählten dazu unter anderem neue Finanzprodukte mit Bezug zum Kohlendioxid-Management und -Handel, spezifische Bankleistungen oder Nachhaltigkeitsfonds mit Fokus auf Biodiversität und Umwelttechnologien.

Drei herausragende Umwelttechnologie-Fonds im Crashtest finden Sie hier

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Jung, DMS & Cie.: Umbau zum Versicherungspool perfekt, Vertriebsvorstand Heß wechselt zur WWK

Juni 4th, 2009 von admin

Jung, DMS & Cie. (JDC) hat seine Umbauarbeiten im Versicherungsbereich abgeschlossen. Der Maklerpool deckt neben den Sparten Investment, Beteiligungen und Finanzierungen jetzt auch den Versicherungsbereich mit Produkten und Beratungsleistungen ab. Der Mann, der das Geschäft maßgeblich mit aufbaute, wird das Unternehmen nun allerdings verlassen.

Über die vergangenen zwei Jahre baute Jung, DMS & Cie. Kompetenz-Center für die Bereiche Krankenversicherung, Lebensversicherung und Berufsunfähigkeit sowie Sachversicherungen auf, schulte die Mitarbeiter zu Versicherungsfachmänner und -frauen und richtete das Jung, DMS & Cie.-Onlineportal Versicherungen ein.

Zum Dienstleistungsspektrum zählt neben qualitativen Produktratings und einem digitalisierten Dokumentenarchiv aller Formulare und Druckstücke der Versicherer unter anderem auch der direkte Zugriff auf die zugeordneten Maklerbetreuer der Gesellschaften.

“Trotz noch laufender Umstrukturierung 2008 konnte sich der Versicherungsbereich bereits zur zweiten tragenden Säule entwickeln und steuerte rund 222 Millionen Euro beziehungsweise 21 Prozent zum Gesamtergebnis des Pools bei”, sagt Thomas Heß, verantwortlicher Vorstand für Vertrieb & Marketing und die Sparte Versicherungen.

Heß, der an der Umstrukturierung des Pools maßgeblich beteiligt war, verlässt nach getaner Arbeit jetzt Jung, DMS & Cie. Ab 1. August übernimmt er zusammen mit Peter Siegle die gemeinsame Leitung des Maklervertriebs der WWK Versicherungen. Dieser umfasst deutschlandweit 100 Mitarbeiter und 10.000 Vertragspartner, zu denen freie Vertriebe, Makler und Mehrfachagenten gehören. Heß arbeitete vor seinem Antritt bei dem Maklerpool 2007 fast zehn Jahre für die WWK. Dort war er als Vertriebsdirektor, Bereichsleiter Marketing und im Verwaltungsrat tätig.

Bei Jung, DMS & Cie. wird Vorstandsvorsitzender Joachim Grabmeier das Ressort Versicherungen und die Bereiche Vertrieb & Marketing übernehmen. Sein Vorstandskollege John Schröder übernimmt die Verantwortung für die Kompetenz-Center und die Produktmanagementbereiche Investmentfonds und Finanzierungen.

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Altersvorsorge-Umfrage: Die Entdeckung der Nachhaltigkeit

Juni 3rd, 2009 von admin

Die Anbieter betrieblicher Altersvorsorge berücksichtigen zunehmend ethische, soziale und ökologische Kriterien bei ihren Geldanlagen. Das hat eine Umfrage im Auftrag von Fortis Investments und des Bundesumweltministeriums ergeben. Axel Hesse von SD-M Sustainable Development Management hat 101 Lebens- und Direktversicherungen, 154 Pensionskassen und 27 Pensionsfonds mit Sitz in Deutschland befragt. Geantwortet haben insgesamt 282 Anbieter.

Das Ergebnis ist zwar ernüchternd, gibt aber Anlass zur Hoffnung: 27,65 Prozent der Direktversicherungen, 22,44 Prozent der Pensionskassen und 7,42 Prozent der Pensionsfonds  berücksichtigen nachhaltige Kriterien mit bereits faktischen Auswirkungen auf die Vermögensanlage. Wie hoch der grüne Anteil jeweils ist, steht damit allerdings noch nicht fest. Bereits die Berücksichtigung in nur einer Anlageklasse eines Tarifs genügte für eine positive Antwort. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass sich überdurchschnittlich viele Anbieter an der Untersuchung beteiligt haben, die bereits im nachhaltigen Investment aktiv sind, heißt es in der Studie.

Dennoch zeigt die Studie ein enormes Potenzial für nachhaltige Investments. Schließlich wird in der Regierung bereits eine grüne Quotenlösung bei der betrieblichen Altersvorsorge diskutiert. Im Gespräch ist ein Anteil von 20 Prozent, den die Anbieter dann per Gesetz nachhaltig investieren müssen. Regelungen werden allerdings erst nach den Wahlen im September erwartet.
Welche Durchschlagskraft das haben könnte, zeigen folgende Zahlen: Laut Studien-Autor Axel Hesse werden sich die Volumina kapitalgedeckter, betrieblicher Altersvorsorge in Deutschland bis 2030 verzehnfachen. Von 416 Milliarden Euro im Jahr 2006 wird das verwaltete Vermögen auf rund 4 Billionen Euro in 2030 steigen. 20 Prozent sind enorme 800 Milliarden Euro.  

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Hansainvest macht Ausflug ins Grüne

Juni 2nd, 2009 von admin

Die Hanseatische Investment-GmbH (Hansainvest) hat einen Umwelttechnologiefonds der etwas anderen Art aufgelegt. Das Management des SI Ökoselect-Fonds (WKN A0N EKV) kauft nicht nur Aktien und Aktienfonds, sondern darf auch bis zu 20 Prozent des Volumens in nicht börsennotierte Beteiligungen investieren.

“Normalerweise ist Private Equity für Anleger nur über geschlossene Fonds zugänglich – mit deutlich höheren Anlagesummen und fester Laufzeit”, so Hansainvest-Geschäftsführer Gerhard Lenschow. “Mit dem SI Ökoselect steht Private Equity auch dem Investmentfonds-Sparer zur Verfügung. Und das schon mit einer Mindestanlagesumme von 50 Euro.” Geplant ist Private-Equity-Anteil von 10 bis 15 Prozent.

Der Rest wird in Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien, Wassertechnologie und -infrastruktur, Energieeffizienz und -infrastruktur sowie Umwelttechnologien und Entsorgung investiert. Gesucht wird zunächst nach den wachstumsstärksten Firmen, die dann mit Hilfe von Ausschlusskriterien nach ihrer Umwelt- und Sozialverträglichkeit gefiltert werden. Auf der schwarzen Liste stehen Unternehmen aus den Bereichen Kernenergie, Glücksspiel, Prostitution und Waffenproduktion. Zudem darf das Fondsmanagement Anteile global anlegender Aktienfonds kaufen.

Bei der Analyse und Auswahl von Firmen, die im Bereich regenerative Energien aktiv sind, wird das Fondsmanagement von Olaf Köster, Leiter des Fondsmanagements bei der der Altira-Tochter VCH Investment Group, beraten. Lenschow: “Mit der Altira Group als Partner ergibt sich eine einzigartige Kombination von Finanzmarkt- und Cleantech-Kno-how.”

Die Kosten des SI Ökoselect liegen etwas über dem Branchendurchschnitt. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,95 Prozent. Hinzu kommt eine Performance-Fee von 10 Prozent des absoluten Wertzuwachses. Die höheren Kosten liegen an der Beimischung von Private Equity. Lenschow: “Das Aufspüren und Analysieren erfolgversprechender Firmen ist sehr anspruchsvoll. Allerdings bietet die wachstumsstarke Anlageklasse entsprechende Renditechancen und eignet sich zudem optimal zur Portfolio-Diersifizierung.”

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